Finanzierung


Welt am Sonntag, 06.08.2010 - "Milliardengrab Bildung":

Deutschland steckt immer mehr Geld in sein Bildungssystem. Doch Eltern, Lehrer und Schüler merken davon zu wenig. Wo bleibt das ganze Geld?
"... Den Raum umbauen (improvisierter Chemieunterricht an einer Schule)? Dafür fehlt das Geld... 93,5 Milliarden haben Bund, Länder, Kreise und Städte 2008 für Bildung ausgegeben... Die Ausgaben für die Schulen steigen seit Jahren. Warum jubelt keiner? Vielleicht, weil niemand versteht, wo das ganze Geld bleibt. Stunden fallen zehntausendfach aus, Lehrre werden nicht ersetzt, die Schulbücher sind veraltet, moderne Technik funktioniert nicht und verschlingt Unsummen, die Gebäude bröckeln. Eltern und Schüler erleben Geschichten, die nach Entwicklungsland klingen - und der Eindruck täuscht nicht. Es gibt den selbst verursachten Lehrermangel, es gibt Verschwendung, es gibt aus der Zeit gefallene Verwaltungsstrukturen und bizarre Bürokratie... Irgendwo in diesem Gestrüpp muss unser Geld landen...
Der Staat finanziert die allgemeinbildenden Schulen praktisch im Alleingang."

Unser Kommentar:

Der Bericht geht über zwei volle Seiten und berührt viele Themen, auch das "Verwaltungsmonster Schule", wie es heißt.
Wir haben beim Thema "Autonomie" aufgezeigt, wo ein wichtiger Lösungsansatz liegt und auch einen Bericht dazu aus Schweden aufgeführt. Auch Humboldt haben wir als wichtigen Fachmann dazu erzählen lassen.
Solange wir an der Basis nichts ändern, müssen die Milliarden verschwinden! Der Alleingang des Staates, der erwähnt wurde, ist der Kostenfaktor und er ist jetzt nachgewiesenermaßen höchst ineffizient. Letztlich werden Milliarden verbraten und trotzdem wird die Situation immer präkerer, wie es auch all die Stimmen auf unseren Seiten zeigen. Bei den Ausgaben von jetzt etwa 100 Milliarden werden pro Schüler an den allgemeinbildenden Schulen etwa 10.000 € pro Jahr ausgegeben. Wenn der Staat also etwa 800 € pro Jahr und Schüler Zahlen würde und der Allgemeinheit es überlassen würde, dafür eigenständig Schulen zu führen, würde wahrscheinlich die kulturelle Bildungsrevolution stattfinden, die wir dringend benötigen.
___

SZ, 23.09.2010 - "Teure Problemfälle - Kosten für die Jugendhilfe steigen auf gut 200 Millionen Euro":

"Die Kosten für Erziehungshilfen und Kinderschutz wachsen weiter. Der Münchner Jugendhilfeetat wird in diesem Jahr erstmals bei mehr als 200 Millionen Euro liegen... ´Die Problemlagen verstärken sich, die Zahl komplexerer Fälle nimmt zu´, so die Amtschefin." (Maria Kurz-Adam, Jugendamt)."

Unser Kommentar:

Wie in so vielen Fällen wird hier offensichtlich, wo wir heute schon stehen und was noch auf uns zukommen wird. Alleine die Stadt München benötig 200 Millionen nur für die "Feuerwehr"-Fälle, also die Problemfälle. Würden wir dieses Geld in die von uns vorgeschlagene Elternbildung stecken, wie viel Geld würden wir sparen und wie viel mehr würden wir erreichen!? Die Kosten werden weiter enorm steigen, das wissen alle Jugendämter und Politiker, ganz zu schweigen von dem Leid, das sich dahinter verbirgt. Es ist Zeit zum Handeln!