Die Fakten

Wahrnehmung und Wirklichkeit - die klare Sprache von Zahlen und Daten

 Diese Übersicht gibt einen Einblick in die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Österreich und Deutschland, wobei laut Auswertung einer WHO-Studie "Health Behaviour in School-aged Children" die Situation in beiden Ländern vergleichbar ist.

Demographische Daten:

  • Betroffen sind in Österreich 1,7 Millionen Menschen unter 19 Jahren; in Deutschland über 11,5 Mio. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre.

  • Die Geburtenrate in Östereich liegt bei 1,4 Kindern, in Deutschland bei 1,36 Kindern.

  • 1999 bekamen die Frauen im Schnitt mit 27 Jahren ihr erstes Kind, heute mit 28.

  • 3,5 Millionen Haushalte in Österreich teilen sich prozentual auf: 1,1 Mio. Paare mit Kindern (31 %) - 1,2 Mio. Singles (34 %) - 0,9 Mio. Paare ohne Kinder (28 %) - 0,3 Mio Alleinerziehende (8,5%).

Darstellung der Not:

  • Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien haben schlechtere Gesundheitschancen als solche aus einkommensstarken und gebildeten Familien.

  • In Österreich sind rund 100.000 Kinder und Jugendliche manifest arm. 14 bis 18 % davon zeigen psychische Auffälligkeiten.

  • 2,5 Mio. Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen.

  • Der Bundesverband für Psychotherapie in Wien berichtet von einem Bedarf für Psychotherapie bei 2,1 bis 5 %.

  • Unter den 7-17 jährigen Kindern und Jugendlichen in Deutschland weisen 22 % eine psychische Auffälligkeit auf.

  • Bei 15-20 % der Kinder in Europa finden sich Anhaltspunkte für psychische Erkrankungen. Die meisten davon sind psychotherapeutisch behandelbar. Trotzdem steigt die Anzahl der verschriebenen Antidepressiva und angstlösenden Mitteln massiv.

  • 15% der Kinder sind übergewichtig – das sind um 50% mehr als in den 1990er Jahren. Bewegungsmangel und Fehlernährung sind zwei Gründe dafür.

  • Etwa 25 % der 11 bis 17jährigen haben Gewalterfahrungen als Täter, Opfer oder beides.

  • Bei 20 % der 11‐bis 17jährigen finden sich Hinweise auf eine Essstörung.

  • Der Einstieg in den Alkoholkonsum erfolgt meist vor dem 14. Lebensjahr, viele Jugendliche trinken Alkohol in einem Ausmaß, das als gesundheitsgefährdend eingestuft werden muss.

  • 20 % der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren rauchen.

(Kindergesundheitssurvey (KiGGS) 2008, Robert Koch Institut; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Recherche des Deutschen Kinderhilfswerkes 2006)

 

  • In Deutschland gibt es die staatlichen Hartz IV-Sätze. Für Kinder bis sechs Jahre beträgt der Tagessatz 7,06 Euro. Sieben- bis Vierzehnjährige erhalten 8,25 Euro und 15- bis 18-Jährige 9,43 Euro. Bei diesen Regelsätzen ist der Anteil an Nahrungsmitteln mit 37 % angegeben. Das bedeutet für ein Kind bis 14 Jahren 73 € im Monat für Essen und Trinken oder etwa 2,50 € pro Tag. Eine alleinerziehende Mutter oder eine Familie muss also ein Kind mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen mit 2,50 Euro versorgen können, das sind pro Mahlzeit etwa 80 Cent.

  • Alleine die Stadt München gibt 2010 200 Millionen Euro aus für die Jugendhilfe, d. h. für Problemfälle bei Kindern. Die Kosten steigen jährlich.

  • In Österreich wird fast jede zweite Ehe geschieden. 

(Verschiedene Quellen)

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