Bildung und Soziales

SZ, 10.08.2010 - "Ermittlungen am anderen Ende der Welt":

"Ein Bericht über die Not der Kinder in Ostdeutschland, in Regionen mit 20 % Arbeitslosigkeit und Eltern, die im Alkohol ertrinken, die Therapeuten und Pädagogennicht an ihre Kinder heranlassen. Die Kinder bekommen kein warmes Essen. Die Kinder waren noch nie an der 20 km entfernten Ostsee. Viele Mütter dort haben alle Hoffnung verloren, In diesem Umfeld wachsen die Kinder auf."

Unser Kommentar:

Dieser Bericht zeigt die große Schere zwischen Regionen, in denen es unseren Kindern (relativ) gut geht und Regionen, in denen massives soziales Konfliktpotential heranwächst und Unsummen an Kosten entstehen. Unser Konzept einer systematischen Elternbildung, Elternfinanzierung und Elternbetreuung ist dafür dringend als effektive Lösung umzusetzen.


SZ, 24.09.2010 - "Mit gebrauchten Schuhen gehen Kindern die Füße kaputt":

"Es gibt Kulturkreise, in denen Kinder zunächst einmal als Glück empfunden und die Erwartung von Nachwuchs nicht zuerst mit Besorgnis verbunden werden... Ich halte es für relativ müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wer wann welche Kinder mit welchen Absichten zeugen will. Wir können uns doch nur über jedes Kind freuen."

Unser Kommentar:

Diese Worte stammen von Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Deutschland mit 10.000 Mitgliedsorganisationen, 545.000 hauptamtlichen Mitarbeitern und einer Million ehrenamtlicher Helfern. In dem Interview ging es um die Regelsätze auch für Kinder für Hartz IV-Empfänger in Deutschland.
Genau darum geht es uns, wieder ein Kind als eine Freude zu sehen und zu erleben und nicht als eine Last! Dass so viele junge Eltern Angst vor dem Kinderkriegen haben und auch vor dem zweiten Kind, weil die finanziellen Belastungen zu hoch sind, und dass sie sich überfordert fühlen, ein Kind großzuziehen, das muss uns ernsthaft zu denken geben. Elternbildung und Elterngehalt können massiv helfen, alle diese Ängste abzubauen. Mit einem Elterngehalt schaffen wir sowohl die Hartz IV-Empfänger ab, die Kinder haben und zudem die Kinderarmut. Ob und wie das finanzierbar ist, steht unter Finanzen auf unserer website
Ein Argument, das wir immer wieder hören, ist, dass Frauen dann nur Kinder bekommen, weil sie Geld dafür erhalten, wird durch diese Worte auch entkräftigt. Denn es ist egal, warum jemand Kinder bekommt. Wir sollten uns darüber freuen! Wer darüber lamentiert, ist doch in gewisser Weise kinderfeindlich. Und wenn die Elternbildung die Eltern qualifiziert und die Zahlung des Einkommens auch an eine Teilnahme eines solchen Programmes gebunden ist, dann entfallen auch die Argumente, dass die Kinder bei solchen Eltern nicht gut aufgehoben seien.
___

SZ, 24.09.2010 - "Nullrunde für Kinder-Das Bundesverfassungsgericht war in seinen Vorgaben sehr deutlich - trotzdem folgt die Regierung nicht allen Passagen des Karlsruher Urteils"

"Doch an einer Stelle waren die Richter kurz davor, konkret zu werden: bei den Bedürfnissen von Kindern. Denn das, was sie in der Praxis des deutschen Sozialstaates entdeckten, hielten sie für einen Verstoß gegen die Menschenwürde... Der Bedarf (bei der Berechung der Kinder-Regelsätze) habe sich an dem auszurichten, was für die Persönlichkeitsentfaltung eines Kindes erforderlich ist."

Unser Kommentar:

Die Diskussion um Hartz IV-Sätze in Deutschland bekommt eine Aktualität. Das deutsche Verfassungsgericht hatte mehrmals angemahnt, dass die Sozialleistungen für Familien, vor allem die für Kinder, nicht der im Grundgesetz festgelegten Menschenwürde entsprächen. Die neue Regierung arbeitete daran und schaffte einen minimalen Kompromiss. Die Erwachsenen bekommen 5 (!) € mehr im Monat. Die Sätze für Kinder werden gar nicht erhöht. Dafür sollen sie von Sachleistiungen profitieren ("Bildungschipkarte").
Wieder erleben wir hier eine Diskussion um wenige Euros aber nicht um grundsätzliche Änderungen. Hinzu kommt, dass die Kinder nun nach außen in zwei Klassen eingeteilt werden: die mit Chipkarte, also die Armen und die ohne, also die Reichen. Die Stigmatisierung vieler Millionen Kinder beginnt damit in einem reichen Deutschland, wenn es so kommt. Wir denken, dass alle Kinder gleich behandelt werden sollten. Unsere Lösungsansätze gehen alle in diese Richtung.